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Schmerz-Aktionstag

Cannabis gegen Schmerzen?

Aktionstag am 5. Juni – 15:00-17:00 uhr

Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten aus dem Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn informieren bei einem Aktionstag gegen den Schmerz im Südring Center am 5. Juni 2018 von 15:00-17:00 Uhr über chronische Schmerzen. Besonderer Schwerpunkt ist in diesem Jahr Cannabis. Dr. Bernard Schlei, Leitender Oberarzt der Schmerztherapie, berichtet in einem Impulsvortrag und bei Gesprächen über Chancen und Risiken dieser und anderer Therapien bei chronischen Schmerzen.

 

Cannabis findet bereits in einem 4700 Jahre alten chinesischen Lehrbuch über Botanik und Heilkunst Erwähnung, und auch Hildegard von  Bingen empfahl Hanf als Heilmittel. Seit März 2017 haben Schwerkranke unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Versorgung mit Cannabis.

 

Der entscheidende Wirkstoff in der Cannabis-Pflanze heißt Dronabinol und ist hauptverantwortlich für die psychologischen und physikalischen Effekte der Pflanze. Dronabinol dockt an bestimmte Rezeptoren im Gehirn an  und löst damit die Freisetzung des Stoffes Dopamin aus. Dies führt zu einem Gefühl der Euphorie und des Wohlbefindens. Da Cannabis außerdem eine schmerz- und entzündungslindernde Wirkung hat, kann es bei Schmerzpatienten für Entspannung sorgen.

 

Allerdings ist die bisherige Studienlage noch unzureichend, so dass die Wirksamkeit einer Cannabis-Therapie nur für sehr wenige Erkrankungen nachgewiesen ist. Dazu gehören beispielsweise Übelkeit und Erbrechen infolge von Chemotherapie und neuropathische Schmerzen. Im Einzelfall entscheidet der Arzt gemeinsam mit dem Patienten unter Abwägung aller Vor- und Nachteile.

 

Beim Aktionstag gegen den Schmerz steht das Team der Schmerztherapie des Brüderkrankenhauses allen Betroffenen und Interessierten für Fragen und Gespräche zur Verfügung und berichtet von ambulanten und stationären Therapie-Angeboten.

 

Das Behandlungsteam besteht aus Ärzten, Diplom-Psychologen, Ergo-, Physio- und Musiktherapeuten sowie speziell ausgebildeten Pflegekräften. In einem ganzheitlichen, nach  neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelten Therapiekonzept zur Schmerz- und Krankheitsbewältigung werden – ganz individuell für jeden Patienten - körperliche, psychische und soziale Aspekte berücksichtigt.

 

Mehr als 12 Millionen Menschen sind in Deutschland von chronischen Schmerzen betroffen, vor allem im Rücken, im Kopf und in Gelenken. Als „chronisch“ werden Schmerzen bezeichnet, die mehr als ein halbes Jahr anhalten. Diese verursachen häufig zunehmende körperliche Einschränkungen im Alltag. Im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn und im Marsberger St.-Marien-Hospital werden Patienten behandelt, bei denen der Schmerz selbst zur Krankheit geworden ist. „Ziel unserer Arbeit ist es, immer gemeinsam mit dem Patienten einen eigenverantwortlichen Umgang mit dem Schmerz zu entwickeln“, berichtet der Leitende Oberarzt der Schmerztherapie, Dr. Bernd Schlei.

 

Die Schmerzambulanz steht all denjenigen Patienten offen, die aufgrund ihrer chronischen Schmerzen einer längerfristigen, gegebenenfalls dauerhaften Behandlung bedürfen. Nach einem ausführlichen Erstgespräch und eingehenden Untersuchungen wird entschieden, ob für den Patienten eine dreiwöchige stationäre Therapie oder eher eine ambulante Therapie sinnvoll ist.

 

Die Anmeldung zu Diagnostik und nachfolgender Therapie kann durch den Patienten selbst oder den behandelnden Arzt über das Sekretariat der Schmerztherapie erfolgen.

 

Kontakt:

Sekretariat der chronischen Schmerztherapie
Olga Viel

Tel: 05251 702-1900

Fax: 05251 702-1798
E-Mail:

www.bk-paderborn.de